Willkommen beim Demmerschoppen
Glück Auf, hier tobt das Ruhrgebiet!

DAS RUHRGEBIET-  jeder Meter ein Gedicht...

Hier steppt die Taube, hier reimt der Bergmann, hier dichtet der Ruhrpottkanake. Und wenn Du willst, sei dabei. Schick Dein Gedicht zu mir "innen Pott" und schon gehörst Du zu den "DICHTUNGSRINGELTAUBEN". Klick

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Sei gespannt und guck ma widder ein... 

Oben steht immer dat neueste Gedicht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlagwetterexplosion

Ora, ora, et labora,

Bergmann betet, ruft „Glück Auf“,

fährt hinab in tiefe Schächte

gleich des Vaters Lebenslauf.

Sehen beide nicht die Sonne,

schauen manchmal nachts ins All,

spüren Schöpfung unter Tage,

Kohle, Freundschaft, Bergkristall.

Staub und Dreck den Körper plagen,

Milch und Kumpel geben Kraft,

Höllenlärm, kaputte Knochen,

glücklich sein, weil man was schafft.

Vater stirbt an einem Herzschlag,

überm Grab die Sonne lacht,

Bergmannstränen, Trauer, Hoffnung,

Feierabend, Schicht im Schacht.

Feierabend früh am Morgen,

Mond schickt blasses, trübes Licht,

Bergmann sieht im eignem Sohne

seines Vaters Angesicht.


 






Fred vonne Bratwurst-Bude

Ja wat zum Henker heißt "wohlfeil",

son Wort is Fred nen Graus,

er liebt den Fußball und den Pott

und labert freiheraus.

Er macht die Klappe einfach auf,

sacht Prengel, Fott und Kacke,

ergötzt sich gern am Ruhrpott-Slang,

dat is halt seine Macke

Die Sprache is halt kunterbunt

und Macken hat doch jeder,

der Fred macht gern die Schnauze auf,

lacht oft und trächt Arschleder.

Grammatik geht ihm auffen Zwirn,

ihm is dat kackegal,

fürs Schönschreiben isser zu faul,

dat is für ihn ne Qual.

Man untersagte ihm sehr oft

zu schreiben, wie er sabbelt,

drum flog er von der Penne früh,

doch er hat sich bekrabbelt.

Verkauft heute am Stadion

die Wurst bei RWE,

der Lehrer frisst ihm ausse Hand,

kricht SEMPF statt ABC.

 

Schicht im Schacht

Noch heute ruft man "Schicht im Schacht"
wenn's Feierabend ist,
dann wird getrunken und gelacht,
darfst sein so wie Du bist.
Auch wenn die letzten Zechen sterben,
wir bleiben immer heiter,
wir alle hier sind Bergbau-Erben
und "zechen" fröhlich weiter.

Meine Stadt 

Für mich ist Essen ganz viel mehr
als nur Nahrungsaufnahme.
blau-gelb die Stadt, rot-weiss mein Herz,
dafür mach ich Reklame.

 

Stauder 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Traume  

In der Südsee war ich mal,
Nord- und Ostsee will ich testen,
doch hätt' ich nur eine Wahl,
hätt' ich gern 'ne See im Westen.

Onkel Reinhold, Susanne Demmer, Ruhrgedicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tierisches Vogelheim 

Kanarienvogel Klaus war blau
an sechs von sieben Tagen,
er trank sehr gern und allzu oft
den leckeren Samtkragen.
Der kleine Piepmatz, immer blau,
man lachen ihn nur hörte,
er trank dat Schnäpsken wie Kakao,
wat auch beim Tanzen störte.
Der Tisch fiel um, der Klaus topfit,
die Beatles spielten "Help",
dann kam der Arzt und nahm Klaus mit,
gez is er widder gelb.
Der Monitor am Krankenbett
piepst leise vor sich hin
und heimlich zwitschert Klaus dazu
sich einen Dujardin.
Im Nachbarbett liegt Taube Jupp,
der hat et schwer am Magen,
doch Gott sei Dank hat der versteckt
im Schränksken nen Samtkragen.
Der Klaus war glücklich, Schnaps für lau,
im Krankenhaus gings rund,
der Arzt in weiß, zwei Vögel blau,
dat wurd dem Doc zu bunt.
Erst flogen se zur Tür hinaus,
dann Richtung Vogelheim,
nun zwitschern se im Doppelpack,
dat is der Schluss vom Reim.