Willkommen beim Demmerschoppen
Glück Auf, hier tobt das Ruhrgebiet!

Reinhold Ruhrgold, Ruhrgedicht, Demmer

DAS RUHRGEBIET-  jeder Meter ein Gedicht...

Hier steppt die Taube, hier reimt der Bergmann, hier dichtet der Ruhrpottkanake. Und wenn Du willst, sei dabei. Schick Dein Gedicht zu mir "innen Pott" und schon gehörst Du zu den "DICHTUNGSRINGELTAUBEN". Klick

Abber weisse Bescheid, nee, mitte Einsendung erklärse Dich bereit, dat dat hier veröffentlicht wird. Klar? Und dann gibbet bestimmt ma ne ganz große Sause.

Sei gespannt und guck ma widder ein... 

Oben steht immer dat neueste Gedicht:

Reinhold Ruhrgold, Susanne Demmer, Ruhrgedicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlagwetterexplosion

Ora, ora, et labora,

Bergmann betet, ruft „Glück Auf“,

fährt hinab in tiefe Schächte

gleich des Vaters Lebenslauf.

Sehen beide nicht die Sonne,

schauen manchmal nachts ins All,

spüren Schöpfung unter Tage,

Kohle, Freundschaft, Bergkristall.

Staub und Dreck den Körper plagen,

Milch und Kumpel geben Kraft,

Höllenlärm, kaputte Knochen,

glücklich sein, weil man was schafft.

Vater stirbt an einem Herzschlag,

überm Grab die Sonne lacht,

Bergmannstränen, Trauer, Hoffnung,

Feierabend, Schicht im Schacht.

Feierabend früh am Morgen,

Mond schickt blasses, trübes Licht,

Bergmann sieht im eignem Sohne

seines Vaters Angesicht.


Ein Gedicht so lang wie die Ruhr, Ruhrgedicht

 






Fred vonne Bratwurst-Bude

Ja wat zum Henker heißt "wohlfeil",

son Wort is Fred nen Graus,

er liebt den Fußball und den Pott

und labert freiheraus.

Er macht die Klappe einfach auf,

sacht Prengel, Fott und Kacke,

ergötzt sich gern am Ruhrpott-Slang,

dat is halt seine Macke

Die Sprache is halt kunterbunt

und Macken hat doch jeder,

der Fred macht gern die Schnauze auf,

lacht oft und trächt Arschleder.

Grammatik geht ihm auffen Zwirn,

ihm is dat kackegal,

fürs Schönschreiben isser zu faul,

dat is für ihn ne Qual.

Man untersagte ihm sehr oft

zu schreiben, wie er sabbelt,

drum flog er von der Penne früh,

doch er hat sich bekrabbelt.

Verkauft heute am Stadion

die Wurst bei RWE,

der Lehrer frisst ihm ausse Hand,

kricht SEMPF statt ABC.

 

Schicht im Schacht

Noch heute ruft man "Schicht im Schacht"
wenn's Feierabend ist,
dann wird getrunken und gelacht,
darfst sein so wie Du bist.
Auch wenn die letzten Zechen sterben,
wir bleiben immer heiter,
wir alle hier sind Bergbau-Erben
und "zechen" fröhlich weiter.

Meine Stadt 

Für mich ist Essen ganz viel mehr
als nur Nahrungsaufnahme.
blau-gelb die Stadt, rot-weiss mein Herz,
dafür mach ich Reklame.

 

Stauder 

Reinhold Ruhrgold, Onkel Reinhold, Ruhrgedicht,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Traume  

In der Südsee war ich mal,
Nord- und Ostsee will ich testen,
doch hätt' ich nur eine Wahl,
hätt' ich gern 'ne See im Westen.

Onkel Reinhold, Susanne Demmer, Ruhrgedicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tierisches Vogelheim 

Kanarienvogel Klaus war blau
an sechs von sieben Tagen,
er trank sehr gern und allzu oft
den leckeren Samtkragen.
Der kleine Piepmatz, immer blau,
man lachen ihn nur hörte,
er trank dat Schnäpsken wie Kakao,
wat auch beim Tanzen störte.
Der Tisch fiel um, der Klaus topfit,
die Beatles spielten "Help",
dann kam der Arzt und nahm Klaus mit,
gez is er widder gelb.
Der Monitor am Krankenbett
piepst leise vor sich hin
und heimlich zwitschert Klaus dazu
sich einen Dujardin.
Im Nachbarbett liegt Taube Jupp,
der hat et schwer am Magen,
doch Gott sei Dank hat der versteckt
im Schränksken nen Samtkragen.
Der Klaus war glücklich, Schnaps für lau,
im Krankenhaus gings rund,
der Arzt in weiß, zwei Vögel blau,
dat wurd dem Doc zu bunt.
Erst flogen se zur Tür hinaus,
dann Richtung Vogelheim,
nun zwitschern se im Doppelpack,
dat is der Schluss vom Reim.

Ein Gedicht so lang wie die Ruhr 2.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wurzeln 

Kohle prägte unser Leben,
tonnenweise Staub geschluckt,
haben niemals aufgegeben,
immer aufrecht, nie geduckt.

Doch dann kamen große Herren,
gut gekleidet und kokett,
ließen unsre Zechen sperren,
Aus für Kohle, Stahl , Brikett.

Geboren bist auch Du auf Kohle,
die hier gefördert wurd' ans Licht,
schau stolz auf unsre Metropole,
Glück Auf, vergiss die Wurzel nicht!

Howard Carpendale, Susanne Demmer, Ruhrgedicht 2.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

50er Jahre im Ruhrgebiet

Am Strand der Emscher lag der Tom
mit Uschi Arm in Arm lammfromm.
Auch wenn Sie viel gemeinsam lachten,
sollt' er doch Ihre Unschuld achten.
Er reimte liebestolle Worte,
doch dacht' er nur an feuchte Orte.

Wenn er es dann mutig probierte
und ihre Strände zart studierte,

die Uschi stets mit Argwohn schaute
und oft ihm auf die Finger haute.

Und die Moral von der Geschicht'
Wenn Sie nicht will, dann will Sie nicht!

Onkel Reinhold, Susanne Demmer, Autorin

 

 

 

 

 

 

 

 


Amore umme Ecke anne Bude...


Anne Bude steht nen Lude
und zwitschert sich nen Halben
und gegenüber zwitschern süss
zwei hübsche Bordsteinschwalben.
Die eine steigt ins Auto rein,
zum töften Manta-Peter,
gez steht die and're ganz allein
und Peter, ja, dem steht er.
Die leichte Dame, ganz verzückt,
erkennt im Fahrgastraum,
dass Peters Steuerknüppel drückt
ihr kräftig am Rocksaum.
Mit viel PS geben sie Gas,
vergessen allen Kummer,
machen ne schnelle Runde klar
und schieben flott 'ne Nummer.
Der Tank ist leer, der Motor Schrott,
der Lude trinkt nen Humpen,
genießt sein Leben und den Pott
und lässt sich auch nicht lumpen.
Zusammen feiern alle Drei
und stoßen noch mal an,
weil hier lässt man Gefühle frei
und lässt den Fremden ran...

Onkel Reinhold, Reinhold Ruhrgold, Ruhrgedicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruhrpottzoo 

In dem alten Zechenhäuschen,
feierts Mäuschen namens Kläuschen
mit der Taube aus der Laube
und dem Käfer aus der Gaube
und dem Hund vom ollen Jupp
und der Gans aus "Villa Krupp",
dass sie bald tierisch bekannt
werden sein im ganzen Land.
Und im Nu gibts an der Ruhr
affengeile Pott-Kuh-ltur.
Jeder lässt die Sau dann raus,
von der Leber hüpft die Laus,
auch der Hund ist ganz entzückt,
wird im Pott völlig verrückt,
tanzt mit Katzen Ringelrein,
küsst das junge Emscherschwein,
sagt dann "Wau, wie isset schön,
Kulturarbeit anzusehn,
bunter als ein Papagei,
wieselflink und vogelfrei,
bärenstark, so wie ein Stier,
jau, so is die Kultur hier."

Onkel Reinhold, Susanne Demmer, Krupp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ESSEN

Essen, Du hungrige Stadt, die meine Augen füttert mit alten Bildern aus Kohle.
Essen, Du fette Stadt, die nimmersatt Struktur verwandelt und das Alte lässtwachsen in Riesen und Zwerge.
Essen, manchmal einem Skelett gleich, manchmal voll Völlerei, die Du der Weltgegenüber manchmal stolz, manchmal arrogant präsentierst. Lässt mich heutehungern und bringst mich morgen zum Übergeben.
Essen, meine Lebensmitte, Du Schöne, ich verschlinge Dich, ich genieße Dich, ich labe mich an Dir und trinke aus der Ruhr auf Dein Wohl.

Susanne Demmer,OnkelReinhold,Ruhrgedicht 2.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Komma rein hier…

Ausse Kneipe schallten Klampfen,
sah die Typen Fritten mampfen,
sagten „dat“ und „wat is los?“
kauften Schnäpse sich für ihr Moos,
kloppten Karten, neckten Schicksen,
würfelten und wollten tricksen,
sagten „Schnauze“ und „Halt’s Maul“,
soffen emsig, niemals faul,
knallten sich Samtkragen rein,
ließen Fünfe gerade sein,
Keiner da, der sich dumm zierte,
so wat tun hier nur Beschmierte,
denn hier geht et ehrlich zu,
bodenständig, ohne Schmu,
Mensch, wat war dat schön zu seh’n,
Grund genuch, ma rein zu geh’n.
Denn in einer Ruhrpott-Pinte,
schmeißt man nicht ins Korn die Flinte,
tut sich lieber’s Körnchen rein,
lässt den Menschen Mensch hier sein.

 

Glück Auf, der Steiger kommt…

Heut’ sind viele Zechen dicht,
nichts mehr hört man dröhnen,
doch hört man zu mancher Schicht
ein bekanntes Stöhnen.
Denn in tiefer Ruhrpottnacht,
wird hier noch gegraben,
steckt der Ruhri tief im Schacht,
tut im Schweiße baden.
Hörst auch Du dies Stöhnen mal,
bleibst Dir unbenommen,
was Du denkst, ist ihm egal,
Steiger ist gekommen…
 

Onkel Reinhold, Ein Gedicht so lang wie die Ruhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 70er

Ja inne Disko war et schön,

da konnste töfte feiern,

bei Klammerblues und Rockgedröhn'

durch Nebelschwaden eiern.

Mit Blitzlicht aussem Stroboskop,

mit Persiko im Hals

war unsre Welt so bunt, gottlob,

ich will zurück oftmals.


DAS NÄCHSTE GEDICHT FOLGT IN KÜRZE UND STEHT IMMER OBEN!

SCHÖN, DATTE HIER BIS!